Modernisierung Passerelle A

Nach dem Gewinn eines beschränkten Realisierungswettbewerbes für die Umgestaltung der Passerelle hatten wir die Ehre, einen der prominentesten städtebaulichen Orte Hannovers umgestalten zu dürfen. Die Passerelle – einst als unterirdische Verbindung unter dem Bahnhof zwischen Kröpcke und List vorgesehen – war nicht nur in die Jahre gekommen … sondern wurde zusehends, auch zu Recht, als „Schmuddelzone“ Hannovers bezeichnet.

Es mehrten sich die Stimmen, die dem Relikt aus der U-Bahn- Bauzeit vom Grundsatz her keine Zukunft gaben und sogar das völlige Zuschütten forderten.

Die spröde, lastende Betonarchitektur der 70er Jahre wandelten wir in ein elegantes Glas-Natursteinambiente mit viel Licht.

Der mächtige Deckel über der Passerelle ist entfernt, leichte, transparente Brücken queren nun spielerisch, weil leicht verdreht, die nun auch von oben fast vollständig einsehbare und belichtete Promenade. Dabei bilden die neuen notwendigen Treppen keine Barriere mehr, sondern wirken als blickdurchlässige Skulpturen im Raum.

Es galt, das kelleratige Milieu durch das Vorziehen der Läden bis in die Flucht der Brüstung zu beseitigen. Die Schaufenster liegen nun nicht mehr verschattet hinter den massiven Betonbrüstungen, sondern bilden zusammen mit den Natursteinbekleidungen der Brüstungen eine flächenbündige, edle Fassade.

Durch das Vorziehen der Fassaden ist der regengeschützte Vorbereich entfallen. Deshalb die Ganzglas-Vordächer, unter denen auch die Ladenwerbung angebracht ist.

Diese Glasarchitektur findet in den Brücken- und Treppenbrüstungen Ihre Fortsetzung und führt zur gewünschten Leichtigkeit, die insgesamt dem neuen Image innewohnen soll.

Die Lichtstelen erinnern nicht nur an die – für Hannovers Entwicklung – so wichtige Expozeit (diese Stelen wurden erstmals auf dem Expogelände eingesetzt), sondern schaffen gleichsam einerseits eine fast schon festliche Stimmung, andererseits einen innigen Bezug der beiden Straßenebenen. Beiläufig sei noch erwähnt, dass sie darüber hinaus eine wichtige städtebauliche Achse akzentuieren.

Von besonderer Bedeutung ist auch die Lichttechnik: Dem Betrachter erscheinen sowohl die Stelen, als auch die Kubusleuchten der Pfeilerabschlüsse wie Milchglas. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um im Raster bedrucktes Glas, dass einen hohen Prozentsatz gelenkten Lichtes gezielt abgibt. Lediglich in den bedruckten Glasflächen wird das Licht aufgenommen und führt zum Milchglaseffekt.

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