Ernst-August-Galerie in Hannover

Es war eine ganz außergewöhnliche Herausforderung … nichts geringeres als die Schaffung eines neuen „Gesichts“ zu recht unterschiedlichen, teils sehr repräsentativen städtebaulichen Seiten in absolut zentraler Lage … für ein Haus, das allein etwa die Größe des Blocks zwischen den Warenhäusern Kaufhof und Karstadt ausmacht … einer Gebäudegrundfläche von ca. 20.000 m² je Geschoss!

Dazu Hüllflächen, zu ca. 2/3 als Parkhausfassaden mit größtmöglicher Durchlüftungsnotwendigkeit und zu ca. 1/3 für Verkaufsflächen, die sich zum Innern der Mall beziehen möchten und eigentlich keine Präsenz nach Außen suchen!

Die direkte Nachbarschaft zum Bahnhof erfordert Zurückhaltung, um nach wie vor dem Bahnhof die gebührende Dominanz zu lassen … gleichwohl galt es aber auch Gesicht zu zeigen und hier angemessen und nicht selbstgefällig oder gar dominant zu erscheinen.

So stand es auch außer Frage, trotz der Größe des Hauses eine „ehrliche“ Fassade zu suchen, die Identität stiftet und nicht etwa kulissenartig verunklärt, gar verniedlicht und gewachsene Vielfalt vorspielt, wo Monostruktur vorherrscht.

So entstand der „Kopfbau“ einerseits zum Bahnhof als Sandsteinkubus, eher schwer, eher glatt, monolithisch und ebenflächig, teils auch bewusst geschlossen … und der dazu kontrastierende „Rumpfbau“, eher leicht, in Pfosten und Riegel aufgelöst und spielerisch mit Füllungen aus Lamellen vor Glasfassaden oder dem offenen Parkhaus. Dass dieses Raster dunkel ist, entspringt dem Willen, mit den beiden Motiven auch farblich kontrastierend „zu spielen“.

Das Projekt ist aus einem gewonnenen beschränkten Wettbewerb hervorgegangen. Bezüglich weitergehender Entwurfsüberlegungen siehe Dokumentation in Rubrik „Wettbewerbe“.

© Fotografien: Frank Aussieker

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